Wissenswertes

Was ist ein Audiogramm?

Das Audiogramm ist die grafische Darstellung des Ergebnisses der Tonaudiometrie. Dabei werden die tiefen Frequenzen (um 125Hz) die mittleren (um 1000Hz) und die hohen Frequenzen (um 6kHz) auf der waagrechten Ebene aufgetragen. Die Lautstärke ist im Diagramm senkrecht, in der Einheit Dezibel (dB) aufgetragen. In das Audiogramm wird notiert, bei welcher Lautstärke die einzelnen Töne gerade eben wahrgenommen werden. Es handelt sich dabei um die individuelle Hörschwelle.

Um sich eine bessere Vorstellung von Lautstärke und Frequenz zu machen, sind im nachstehenden Audiogramm einige Geräusche und Sprachen mit den charakteristischen Lautstärke- und Tonschwerpunkten eingezeichnet. Trägt man die aktuelle Hörschwelle des Kindes mit in das Formular ein, so bekommt man ein ungefähres Gefühl, was das Kind hören kann und welche Teile der Sprache nicht wahrgenommen werden können.

Um sich eine Schwerhörigkeit besser vorstellen zu können, finden Sie im nächsten Abschnitt mehr Informationen.

Wie hört ein hörgeschädigtes Ohr?

Im ersten Abschnitt "Was ist ein Audiogramm?" haben wir deutlich gemacht, was ein Kind mit einer bestimmten Hörschwelle wahrnehmen kann und was nicht. Wie aber hören sich Sprache und Geräusche tatsächlich für den Schwerhörigen an? Ist einfach alles nur leiser? Unterhält man sich mit Erwachsenen, bei denen sich ein geringer Hörverlust bereits manifestiert hat und sie noch nicht mit Hörgeräten versorgt sind, hört man sehr oft Aussagen wie z.B.: "Ich höre noch alles sehr gut, aber die Leute sprechen immer so undeutlich."

Um diese Aussage zu verstehen, hilft ein Blick auf das nebenstehende Audiogramm. Dort ist die Hörschwelle eines häufig vorkommenden Hörverlustes eingezeichnet. Das helle Feld ist der Sprachbereich mit einigen typischen Lauten. Bedingt durch den Hörverlust sind Teile der Sprache nicht mehr adequat wahrnehmbar. (Alles was oberhalb der o-o Linie eingezeichnet ist) Sprache hört sich für den Schwerhörigen deshalb nicht nur leiser als normal an, sondern auch undeutlich, da bestimmte Sprachlaute, die wichtige Informationen enthalten einfach fehlen. Manche Schwerhörige beschreiben das Hören auch als verzerrt oder dumpf.

Es wird an dieser Stelle deutlich, dass man sehr genau zwischen Hören und Verstehen unterscheiden muss. Der Schwerhörige hört noch sehr viele Geräusche und hört auch meistens, dass er angesprochen wird, aber was der Sprecher genau gesagt hat, konnte nicht deutlich verstanden werden.

Der Hörgerätehersteller Phonak hat auf seinen Internetseiten einige sehr interessante Klangdemonstrationen zu diesem Thema. Dort finden Sie auch sehr viele andere interessante Informationen rund um das Thema Hören, Schwerhörigkeit und Hörsystemversorgung, die wir sehr empfehlen können.

Was ist eine Ohrabformung?

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1. Bei der Abformung des äußeren Ohres wird ein passgenaues Abbild der Ohrmuschel und des Gehörgangs hergestellt. Dieses Abbild benötigt man zur Herstellung der individuellen Otoplastik.

2. Die Abformung des Ohres unterteilt sich in mehrere Arbeitsschritte und beginnt mit der Otoskopie. Dabei wird die Ohrmuschel und der Gehörgang betrachtet. Es wird ermittelt, ob eine Abformung möglich ist und welche Besonderheiten das Ohr aufweist.

3. Eine kleine Wattetamponade wird in den Gehörgang eingesetzt. So wird sichergestellt, dass das Abformmaterial nicht zu tief in den Gehörgang fließen kann.

4. Nach dem Anmischen zweier Silikonkomponenten wird das Abformmaterial mittels einer speziellen Abformspritze langsam in den Gehörgang und die komplette Ohrmuschel gefüllt. Die Abformung ist schmerzfrei und in der Regel auch bei ganz kleinen Babies möglich.

Untersuchungsmethoden bei Kindern

Die Differentialdiagnostischen Untersuchungsmethoden in der klinischen Routine der Hals- Nasen- Ohrenmedizin sind sehr umfangreich. Folgende Stichwortsammlung mit einer kurzen Erläuterung soll Ihnen einen Überblick geben und Ihnen beim Gespräch mit Fachleuten, die allzu gerne in Abkürzungen und Fachwörtern sprechen, eine kleine Orientierung bieten.

Ein Screening ist eine s.g. Aussonderungsuntersuchung. Bei diesen Schnelltestverfahren wird lediglich festgestellt, ob ein Kind normal reagiert oder nicht. Fällt das Testergebnis nicht in den Normbereich, wird das Kind als auffällig eingestuft und es werden weitere Untersuchungen eingeleitet. Besonders das Neugeborenen Hör-Screening bedient sich dieser Aussonderungsuntersuchungen.

Bei diesen Untersuchungen wird versucht möglichst genau zu ermitteln in welchem Bereich und in welchem Umfang eine Beeinträchtigung besteht. (z.B. bei der Ermittlung der exakten Hörschwelle)

Unter Audiometrie versteht man alle Mess- und Untersuchungsverfahren des Hörvermögens.

Unter der objektiven Audiometrie versteht man alle diejenigen Hörprüfungen, die ohne die aktive Mitarbeit des Patienten durchgeführt werden können. Speziell in der Kinderaudiomtrie ist diese Unterscheidung wichtig, da bei einem Säugling andere Hörprüfungen zum Einsatz kommen, als bei einem Schulkind.

In der Mittelohrdiagnostik werden alle Untersuchungen zusammengefasst, die die Funktion des Mittelohrs bestimmen. Liegt im Mittelohr eine Funktionsbeeinträchtigung vor, wirkt sich das auf die Schallleitung vom äußeren Ohr zum Innenohr aus und vermindert das Hörvermögen.

Bei der Tympanometrie wird die Beweglichkeit des Trommelfells untersucht. Je nach Muster der Beweglichkeitsveränderung kann man Rückschlüsse auf Krankheiten des Mittelohres ziehen.

In unserem Ohr gibt es einen Reflex der uns vor sehr lauten Schallereignissen schützen soll. Dieser Reflex wird ab einer gewissen Lautstärke ausgelöst und verändert die Beweglichkeit der Schalleitungskette. In einem speziellen Test wird ermittelt, ob diese Reflexe auslösbar sind. Man erhält auch hier Anhaltspunkte für die differenzierte Diagnose einer Schwerhörigkeit.

Man konnte feststellen, dass unser Innenohr nicht nur Schall zur weiteren Verarbeitung aufnimmt, sondern auch Schall wieder aus dem Innenohr nach aussen gelangen kann. Dies geschieht aufgrund von aktiven Prozessen des gesunden Innenohres. Der Schall der aus dem Innenohr wieder nach aussen abgegeben wird, kann mit sehr empfindlichen Mikrofonen gemessen werden. Anhand der gemessenen Schallwellen kann man beurteilen, ob das Innenohr normal arbeitet oder eine Auffälligkeit vorhanden ist. Da diese Untersuchung sehr schnell und einfach durchführbar ist, werden die OAEs oft als Screening Tests eingesetzt.

Die transienten otoakustischen Emissionen sind eine besondere Variante der OAE-Messungen mit einem speziellen Testsignal und einem ganz bestimmten Antwortmuster des Innenohres.

Die Distorsionsprodukt-Emissionen sind eine weitere besondere Variante der otoakustischen Emissionen, bei der auch wieder sehr spezielle Testsignale eingesetzt werden und nach einem bestimmten Antwortmuster des Innenohrs gefahndet wird.

Akustisch evozierte Potentiale sind Untersuchungsergebnisse der s.g. Hirnstammaudiomtrie. Dabei gibt es mehrere gebräuchliche Bezeichnungen und Abkürzungen. Hier nur eine kleine Auswahl: ERA, BERA, Notched Noise BERA Click BERA, CERA, AEP, ABR.

Bei der Schallverarbeitung ist nicht nur alleine das Ohr zuständig, sondern auch unser Gehirn und die Nervenbahnen zum Gehirn. Bei der Hirnstammaudiometrie stimuliert man das Ohr mit verschiedenen akustischen Signalen und ermittelt, ob diese Signale in Nervenimpulse umgewandelt wurden und zum Gehirn weitergeleitet wurden. Zur Registrierung dieser Nervenimpulse macht man sich eine Untersuchungsmethode ähnlich dem EEG aus der Neurologie zunutze. Da die Messaparate sehr empfindlich sind und unzählige Nervenimpulse im Gehirn ankommen, muss die Untersuchung unter Umständen in Narkose oder unter dem Einfluss behruhigender Medikamente (Sedierung) durchgeführt werden.

Die Click-Bera ist eine besondere Variante der Hirnstammaudiometrie (AEP). Dabei wird dem Ohr ein s.g. Click-Impuls angeboten (ein spezielles akustisches Signal) und es werden die entsprechenden Nervenpotentiale abgeleitet. Bei dieser Untersuchung erlaubt das Testergebnis keine Aussage darüber in welchem Frequenzbereich die Schwerhörigkeit genau vorliegt.

Bei dieser speziellen Hirnstammaudiometrie werden dem Ohr tiefe, mittlere und hohe Töne angeboten. Sind entsprechende Nervenpotentiale ableitbar lässt sich sehr viel genauer diagnostizieren in welchem Frequenzbereich eine Schwerhörigkeit vorliegt.

Unter der subjektiven Audiometrie versteht man alle diejenigen Hörprüfungen, die eine aktive Mitarbeit des Patienten voraussetzen. Man erklärt und übt den Testablauf mit dem Kind und ist auf die Antwort des Kindes angewiesen.

Bei dieser Hörprüfungsmethode wird anhand der Beobachtung der Reaktionen eines Kindes auf akustische Reize, Rückschlüsse auf das Hörvermögen gezogen. Diese Tests kommen vor allem bei Säuglingen und Kleinkinder zum Einsatz, die noch zu klein sind für die Spielaudiometrie. Dabei achtet man besonders auf die Kopfdrehung zur Schallquelle, Lauschreaktionen, Augenbewegungen usw. Die Interpretation von Hörreaktionen erfordern viel Erfahrung und unterliegen dennoch einer gewissen Unsicherheit.

Bei der konditionierten Spielaudiometrie werden dem Kind verschiedene Signale angeboten. In einer Übungsphase (Konditionierung) lernt das Kind die Signale kennen und führt immer eine genau festgelegte Spielhandlung aus, sobald das sicher gehörte Signal erneut zu hören ist. Die Spielaudiometrie lässt sich oft schon mit Kindern ab dem 2-3 Lebensjahr durchführen.

Bei der Tonaudiometrie wird das Gehör mit reinen Sinustönen getestet. Dabei wird eine s.g. Hörschwelle in den verschiedenen Tonbereichen ermittelt.

Bei der Sprachaudiometrie wird getestet, wie gut das Sprachverstehen bei verschiedenen Lautstärken ausfällt. Der Patient muss bei diesem Test Wörter nachsprechen. Für Kinder gibt es spezielle Tests, die dem Wortschatz der verschiedenen Altersstufen versuchen gerecht zu werden.

Frey & Bührer Hörsysteme GmbH

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